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Schmatz nicht so laut, Schatz!

Während ich des Abends in meinem Fernsehsessel saß, um eine bunte Sendung zu schauen, bemerkte ich, wie jemand hinter mir auf dem Sofa schmatzte. Nun, ich hasse Schmatzen wie die Pest, obwohl ich letztere nur aus dem Geschichtsunterricht kenne und sagte “Schmatz nicht so laut, Schatz!”. Doch der Schatz war keiner und schmatzte einfach weiter. Nun, ich bin es nicht gewohnt, dass man meine Befehle ignoriert, weder beruflich noch privat. Also wiederholte ich, mit  deutlichem Unwirschsein erneut “Schmatz nicht so laut, Schatz!”. Allein, es half nicht. Im Gegenteil, als ich nun auch noch deutlich und vernehmlich (Freunde nennen es “herrisch”) mit der Hand auf die Sesselkante schlug, gesellte sich zum Schmatzen auch noch ein Fauchen. Gegen Fauchen habe ich an und für sich nichts, dennoch blickte ich mich um und sah auf dem Sofa hinter mir: einen Leguan. Nun, ich bin ein Tierfreund. Allerdings fragte ich mich, wo meine Frau war. Und wo kam der Leguan her? Und warum saß der da? Und warum schmatzte er? Nun, ich bin gut im Fragen stellen, aber schlecht im Antworten finden. Also eigentlich ein Philosoph, wenn auch geistige Tiefe meine Sache nun mal nicht ist. Ich bin ein einfacher Mann. Also sagte ich zu mir: Eigentlich ein hübsches Tier. So schön bunt. Wie gemacht für meine Wohnung. Gut, ich müsste wohl mehr heizen, aber das Theater mit den kalten Füßen ist mir als Ehemann vertraut. Eigentlich kaum eine Umstellung. Und ich beschloss, dass das Schmatzen mich fortan nicht mehr stören sollte. Ich drehte das Fernsehgerät etwas lauter und war alsbald im Programm vertieft. Und der Leguan, so nahm ich aus dem Augenwinkel wahr, löste inzwischen ganz leise ein Sudoku. They call it Home, sweet Home.